Verabschiedung Pastor Düselder

Am 16. März um 11 Uhr wird Pastor Jörg Düselder in der Alten Kirche verabschiedet.

Hier ein Interview anlässlich seines bevorstehenden Ruhestandes. Das Gespräch führte Pastor Matthias Lefers.

Lefers: Wie bist du eigentlich 1989 nach Nordhorn gekommen? 

Düselder: Ich hatte mich fast zur gleichen Zeit auch in Rysum und Campen in Ostfriesland beworben. Aber ich wurde dann in Nordhorn auch zur Wahr zugelassen. Mich hat es total überrascht und auch gefreut, dass ich bei zwei Gegenkandidaten direkt gewählt wurde. 

 

L: Was hat sich innerhalb der letzten 35 Jahre in deinem Dienst am meisten geändert? 

D: Nordhorn war für mich und Kirsten echt ein Glücksfall. Schon damals haben wir die Vielfalt und die Freiheit in der Stadt als Vorteil empfunden. Das hat sich auch in der Kirchengemeinde so entwickelt: Offenheit und Toleranz sind viel größer geworden. Früher gab es schon auch mal eine gewisse Hartherzigkeit.  

Ich erinnere mich, dass ich wichtige Dinge immer mit meiner Familie entschieden habe. Auf der anderen Seite bin ich heute gelassener geworden. Früher stand ich innerlich oft unter dem Druck, der Gemeinde unbedingt gerecht werden zu wollen. Da bin ich meiner Familie nicht immer gerecht geworden, wie ich es gerne gewollt hätte. Heute fällt es mir auch viel leichter, mich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Was mich besonders freut: Noch nie habe ich das Verhältnis der Kollegen und Kolleginnen untereinander in der Gemeinde als so entspannt wie jetzt empfunden. 

 

L: Wenn du deinen Dienst beginnst, welche von den vier Aufgabenbereichen, die im Pfarrerdienstgesetz geregelt sind, liegt dir dann am meisten obenauf? Ist es die Verkündigung, Seelsorge, der Unterricht oder die Sakramentsverwaltung? 

D: Ganz klar, die Seelsorge. Der Kontakt mit den Menschen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen, lag mir ein Stück näher am Herzen. Früher war ich auch regelmäßig im Krankenhaus. Diese Begegnungen waren schon besonders.  

 

L: Worauf blickst du sehr gerne zurück, worauf bist du stolz, daran beteiligt gewesen zu sein? 

D: Der Go-Gottesdienst! Als wir vom Kirchenrat damit beauftragt worden sind. Und dann mit diesem Team, von der Pike auf, etwas aufzubauen, dass so viel Leben und Spiritualität und ganz tiefe Glaubensgespräche hatte, also, mit dem Team. Wir sind zusammen „groß“ geworden und eben auch älter. Aber das war immer herrlich. Und am Ende jeweils die Gottesdienste, die wir dann mit der Gemeinde gefeiert haben, super. 

 

L: Welcher ist dein Lieblingsbibelvers und was deine wichtigste Frage aus dem Heidelberger? 

D: Frage 1. Die ist das A und O. Da geht’s nicht um Vertröstung, sondern um unser ewiges Fundament. Und aus der Bibel mein Konfirmationsspruch, Römer 12,12: Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Gerade die Fröhlichkeit ist so wichtig. 

 

L: Was wünscht du der Gemeinde über deinen Ruhestand hinaus? 

D: Dass sie immer mehr und mehr als eine Gemeinde zusammenwächst und auch im Kleiner Werden größer und stärker wird nach außen und ihre Kräfte nicht im Konkurrieren untereinander verschwendet. 

 

Matthias Lefers